Snowflake - das ganz besondere Data Warehouse Unternehmen?

Veröffentlicht am 02.09.2022

Das Premium Abo von illumino ist voraussichtlich ab 01.01.2023 verfügbar. Bis dahin erhaltet ihr alle verfügbaren Premium Inhalte kostenlos!

  • einer der führenden Anbieter von Data Warehouse Services mit grandiosem USP
  • Wachstum ist vollständig intakt
  • Hohes Risiko durch schwindelerregend hohe Bewertung

Werden Unternehmen ihre Datenflut in Zukunft weiterhin bei Snowflake lagern und verarbeiten oder drehen sie bald auf Sparflamme?

 

Über Snowflake

Die Speicherung und vor allem Analyse der stetig wachsenden Datenmengen von Unternehmen ist eine riesige Herausforderung. Schon die schiere Größe — einige Unternehmen speichern Daten im Exabyte (= 1 Mio. Terabyte) Bereich — macht es schwer bis unmöglich Zusammenhänge zwischen verschiedenen Datengruppen herzustellen, ohne sich dabei auf Stichproben zu beschränken. 

Snowflake (NYSE:SNOW), als einer der führenden Anbieter von Data Cloud- und Warehousing-Services, bietet Lösungen für genau diese Aufgabe an. Snowflakes Data Cloud stellt verschiedene, miteinander verbundene Lösungen für Datenspeicherung, bspw. 

Data Lakes für unstrukturierte Daten und Data Warehouses für strukturierte Daten bereit, um alle Daten an einem Ort zu bündeln. Mittels verschiedener Anwendungen, u.a. basierend auf Machine Learning ermöglicht es die Snowflake Data Cloud somit Trends und Erkenntnisse für die Business Intelligence ihrer Kunden zu entdecken.

Marktumfeld

Die größten Player im Segment Data Warehouse Services sind Amazon Redshift mit 21%, Snowflake mit 19% und Google BigQuery mit 14% Marktanteil. Dabei ist Snowflakes Data Cloud im Vergleich der teuerste Data Warehouse as a Service Anbieter, jedoch glänzt das Unternehmen im Gegensatz zur Konkurrenz mit einem plattformübergreifenden (AWS, Google Cloud, Microsoft Azure) Datenzugriff für den Kunden. Dieser Unique Selling Point (USP) wurde vom Unternehmen wie folgt auf den Punkt gebracht: 

Die Kernidee hinter der Snowflake Data Cloud ist es, die Arbeit zu den Daten zu bringen und zu verhindern, dass die Daten zur Arbeit gebracht werden müssen.“ – Snowflake Official Statement

Zahlen

Mit einem Umsatz von $487 Mio. und einem Umsatzwachstum von 83% gegenüber dem Vorjahr, übertraf Snowflake im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2023 die Schätzungen der Analysten um sagenhafte $30 Mio. Da Snowflake das Hosting der Daten aktuell noch auslagert (bei Amazon AWS), entstehen sehr hohe Kosten, welche die Rohmarge auf softwareuntypische 65% drücken.

Weitere Treiber der Betriebsausgaben sind Sales & Marketing (gewachsen um 50%) und Research & Development (gewachsen um 56%). Insgesamt sind die Betriebskosten um 46% gewachsen, was bei oben genanntem Umsatzwachstum an Effizienz schwer zu schlagen ist. Da Snowflake eine growing upmarket Strategie fährt und vor allem Großkunden targetiert, haben sie eine Retention Rate (das Verhältnis zwischen diesjährigem und letztjährigem Umsatz durch einen Bestandskunden) von sagenhaften 171%. Das rasante Wachstum ist natürlich nicht ohne enorm hohe Kosten zu erreichen: Im aktuellen Quartal hat Snowflake über $200 Mio. Verlust verzeichnet. Allerdings wäre ein Kurswechsel zu Profitabilität bei diesem Wachstum auch ebenso sinnvoll, als würde Coca Cola jetzt alle Gewinne in Research & Development reinvestieren.

Investment These

Auch wenn die aktuelle Marktlage dazu geführt hat, dass Snowflake kein dreistelliges Umsatzmultiple mehr hat, sind sie mit einem EV/Sales von 34 immer noch eines der teuersten Unternehmen der Welt. Eine solch hohe Bewertung birgt gewisse Risiken: Sollte das Umsatzwachstum signifikant einbrechen, so ist eine starke Korrektur des Kurses vorprogrammiert. Wenn man aber davon ausgeht, dass Unternehmen in Zukunft bereit sind eher mehr als weniger Geld für das Horten ihrer Daten auszugeben, so könnte sich Snowflake mit ihrer starken Marke quasi zum Aushängeschild der Datenlagerhäuser entwickeln. Die Gegenthese dazu ist, dass Unternehmen nach und nach ihre Daten aus Kostengründen einer effizienteren Selektion unterwerfen werden und Snowflakes Retention Rate ihren Zenit (bald) erreicht hat.